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Tanzkompagnie artodance

TANZKOMPANIE ARTODANCE:
LIFE IS A CIRCUS

Frei nach dem Gedicht „ DAS KARUSSEL – JARDIN DU LUXEMBOURG“ von Rainer Maria Rilke (1906)

Mit einem Dach und seinem Schatten dreht sich eine kleine Weile der Bestand von bunten Pferden… und dann und wann ein weißer Elefant.“ (R.M. Rilke)

Kulturpreisträgerin Monica Opsahl betrachtet den großen Weltzirkus durch Rilkes Gedicht „Das Karussell“ und spürt seine Aktualität auf. Trotz Schwindel, Ohnmacht und Verlorenheit spürt die Choreographin inneres Lust am Wirken, Leben und Bewegen!

Wenn Worte fallen beginnt das Spiel, dreht sich das Karussell – dreht sich die Welt. Wir steigen auf und lassen uns auf dem Rücken des bunten Pferdes forttragen. Ein roter Löwe springt in die Manage rein, sogar ein Hirsch im täuschend echten Wald, und dann und wann ein weißer Elefant.

Im Drehen und Ausbalancieren sowie im Schweben und Kreisen entstehen und vergehen die Geschichten des Lebens“, so die Choreographin.

Die Sehnsucht nach dem Karussell oder dem Zirkus und all dem, was diese verkörpern ist oftmals gegenwärtig. Als Symbol für die Erinnerung an die Kindertage und als Ausdruck des Wunschs nach Ausgelassenheit, Lebensfreude und Unbeschwertheit. Das Verschwinden der Außenwelt…

Nun steigen sie aus, erst der, dann sie, dann du…“

Das Leben ist ein Zirkus oder es dreht sich wie auf dem Karussell“, zu sagen – wär’ ja gelacht! Vieles im Leben geht auf und ab, manchmal dreht man sich im Kreis, bis es uns schwindlig macht. Mancher Stopp holt uns unverhofft zurück in die Realität hinter die nostalgische Fassade.

Ein Karussell findet immer wieder Zurück zum Anfang – das Leben nicht. Die raue Brutalität herrscht. Wozu lacht noch der Clown? „Sucht euch eine anderen Clown, ich suche mir einen anderen Zirkus!“ sagte Oleg Popow vor seinem Tod. Ein Neubeginn ist möglich aber nur mit dem Wissen von heute. Wir können die Chance nutzen – anders als ein Karussell.

Und das geht hin und eilt sich, dass es endet, und kreist und dreht sich und hat kein Ziel…an dieses atemlose blinde Spiel…“ (R.M. Rilke)